Jeder Tropfen zählt 2

CCDIWie passend… Am Mittwoch berichtete ich euch noch, wie wichtig Blutspenden sind, und heute kommt mir der neue Spot des Kanadischen Zentrums für Vielfalt und Eingliederung, kurz CCDI, auf den Tisch. Das Thema ist dasselbe – es geht um die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Blutspenden. Und es geht um Schwule… Seit Jahren flammt die Debatte über das Verbot der Blutspende von homosexuellen Männern immer wieder auf. Weltweit kritisieren Schwulenverbände, dass schwule Männer unter Generalverdacht gestellt werden, infiziertes Blut zu haben. Dabei sollten wir doch grundsätzlich froh sein um jede und jeden, der mit seiner Blutspende anderen Menschen helfen will – egal ob hetero- oder homosexuell. Aber das ist leider noch nicht in allen Köpfen so angekommen, und so fordern die Kanadier im aktuellen Clip, das generelle Verbot für Schwule, Blut zu spenden, endlich aufzuheben.

Denn so etwas wie schwules Blut gibt es schließlich nicht. Oder vielleicht doch?

3 thoughts on “Jeder Tropfen zählt 2”

  1. teufels says:

    „Schwules Blut“, haben sie sich das so aus den Fingern gesogen, damit man Ärzten und Krankenhäusern Homophobie vorwerfen kann? Oder haben Sie den Begriff schon mal in der Blutbank an den Kopf geworfen bekommen? In beiden Fällen verwerflich.

    Das Thema kam auch bei uns im Freundeskreis schon des öfteren auf den Tisch und immer wieder kommt der selbe Vorwurf, der den Medizinern weltweit (schon fast) Homophobie vorwirft.

    Homosexuelle Männern sind nicht automatisch mit irgendwas infiziert, das dürfte wohl so oder so klar sein. Aber Sie sind eben auch nicht alle die Moralisch einwandfreien, immer umsichtigen und verantwortungsbewussten Menschen, für die man sie immer (gerade im Internet) verkauft bekommen soll, zumindest nicht alle, denn es sind Menschen und die sind nie fehlerlos.
    Genauso wie nicht alle Menschen Asiatischer Herkunft gut in Mathe, alle deutschen fleißige, pünktliche Dichter und Denker, und alle Russen starke Wodkatrinker sind, sind sich eben nicht alle Homosexuellen Männer einem erhöhten Risiko bewusst und schützen sich dementsprechend beim Geschlechtsakt (was übrigens auch auf alle anderen zutrifft). Es gab über die Jahre genug Aufklärungs- und Informationskampagnen zum Thema HIV, anderer sexuell übertragbarer Krankheiten und den dementsprechenden Präventionsmöglichkeiten, so das man eigentlich denken müsste „alle wissen Bescheid und handeln dementsprechend, alle sind safe, es wird damit kein Problem mehr geben.“

    So ist das aber nicht. Es ist manchen trotzdem egal, oder sie wissen es trotz Aufklärungskampagnen doch nicht, oder sie mögen vielleicht ein wenig das Risiko.
    Und genau solche Sachen machen das ganze zu einem Risikofaktor.
    Es stehen ja nicht nur die „bösen bösen schwulen“ auf der Liste der Risikogruppe, wie das so gerne in der blinden Empörung angenommen wird, sondern auch Menschen die bestimmte Medikamente nehmen oder genommen haben, die sich länger in bestimmten Regionen der Welt aufgehalten haben oder z.B. in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind usw.

    Wenn es also darum geht -und davon muss ich erst mal ausgehen, denn bis jetzt ist es meistens genau so formuliert worden- das sich hier jemand ungerecht behandelt fühlt und „die anderen sind die bösen mit dem infektionsrisiko, aber ausgerechnet ich doch nicht!“ denkt und wahrscheinlich auch sagt.

    Das sagen übrigens alle so, wenn man sie fragt und dieser Logik nach wäre zu schlussfolgern, das es die bösen verantwortungslosen schwulen gar nicht gibt, also ist ja alles super.
    Dann können wir ja gerne im blinden Vertrauen einfach mal alle von der Liste streichen und schauen was dabei dann rumkommt.

    Und wenn dann nach einer weilte der tausendste fall von
    -TBC
    -Malaria
    -Hepatitis
    -HIV
    Usw usf gemeldet wird mit der Ursache „Übertragung durch Blutspende“,

    dann können wir gerne noch mal drüber reden, ob und was Sinn macht. Ob es Sinn macht, Menschen aus Malariagebieten -Urlauber oder dort geboren- auf die Liste zu setzen, ob es Sinn macht, Menschen die zu Hause Angehörige mit hochansteckenden Krankheiten pflegen auf die Liste zu setzen, oder eben Menschen die höherem Ansteckungsrisiko mit HIV infiziert zu werden (eigen- oder fremdverschulden) ausgesetzt sind auf die selbe Liste zu setzen.

    Natürlich wirft ein Großteil der Menschen nicht leichtsinnig seine Gesundheit weg oder spielt damit, das weiß ich. Aber es gibt immer wieder die Ausnahmen der Regel, so klein sie auch sein mögen. Und ich würde ehrlich nicht gerne derjenige sein müssen, der einem Patienten nach einer Transfusion erklären muss, das da etwas schief gelaufen ist und er oder sie jetzt kränker ist als zuvor.
    Würden Sie?
    HIV ist, egal über welche Art man es bekommt, schon schlimm genug und da finde ich es schon geboten, die Risiken so weit es geht einzugrenzen, ausschließbar zu machen. Selbst wenn es nur eine zusätzliche Anstiegsrate von 1% an neuinfektionen verursachen würde, wäre es schon zu viel.

    Das werden die wenigsten gerne so hören/lesen und wahrscheinlich werde ich dafür als Schwulenhasser an die Wand gestellt, aber so ist das nun mal. Es geht den meisten nicht um die reale, Medizinische Verantwortung gegenüber allen Menschen, die dahinter steckt, oder um Risiken und wen es noch alles betreffen könnte.
    Es geht vielmehr darum, das eine ausreichend „skandalöse“ Sache gefunden worden ist, bei der man sich ausgeschlossen, schlecht behandelt, diskriminiert und benachteiligt fühlen kann, auf „die anderen“ zeigen und sie als privilegierte bezeichnen und damit jetzt groß Sturm laufen kann.

    1. silvio says:

      Nun, der Satz mit dem „schwulen Blut“ kommt am Ende des Videos – der stammt also nicht von mir. Das zu ihrer ersten Frage. Und wenn hier von Homosexuellen die Sprache ist, die gern Blut spenden würden, dann sind das solche Menschen, die seit Jahren monogam leben und deswegen zu keiner Risikogruppe gehören.
      Warum sagt niemand etwas bei Heterosexuellen, die Woche für Woche in irgendwelchen Clubs, Bars etc. eine andere Partnerin abschleppen – solche Heteros sind aufgrund ihres Sexualverhaltens ein viel größeres Risiko, werden aber nicht ausgeschlossen.
      Ja, wenn sie mich fragen, sehe ich es als eine Art Diskriminierung an. Eine, die in anderen Ländern bereits abgeschafft wurde.
      Seit Einführung des HIV-Tests aller Blutkonserven haben sich in Deutschland nur noch sechs Menschen über Bluttransfusionen mit HIV infiziert. Zwei der Blutspenden kamen von Homosexuellen, der Rest von Heterosexuellen. Also was läuft hier verkehrt? Sie sollten bei ihrer (falschen) Moralpredigt alle Menschen einschließen und sich noch etwas besser zu den Hintergründen informieren. Und besonders ihren letzten Absatz finde ich etwas lächerlich – mit einer dermaßen engstirnigen Einstellungen müssen sie sich nicht wundern, als „Schwulenhasser“ dazustehen. Denn von Toleranz ist da wirklich nichts zu merken.

      Liebe Grüße
      Silvio Koch

      1. teufels says:

        Nach ihrer Antwort komme ich mir drastisch unterinformiert vor, da werde ich mich zu hause noch mal schlauer machen müssen.

        Da mich mein Smartphone das Video nicht abspielen lässt, musste ich mich auf den Text beziehen (wird ebenfalls zu hause nachgeholt).

        Wir sollen also ausschließlich von Homosexuellen ausgehen, die seit Jahren Monogam leben. Und die anderen? Die dürfen dann trotzdem nicht? Dann hätten wir zwar kein generelles Verbot mehr, aber immer noch ein Verbot.
        Wenn wir von Monogam lebenden Menschen ausgehen, dann sollte das natürlich auch für Heteros gelten. Was die von Ihnen angesprochenen Heteros angeht, die wahllos abschleppend durch Bars und Clubs ziehen, bin ich absolut Ihrer Meinung: Verantwortung fängt nicht erst bei einer bestimmten sexuellen Orientierung an, sondern sollte für alle gleich viel bedeuten und auch gelten.

        Eine Moralpredigt hatte ich zwar nicht vor zu schreiben, aber wenn sie es als eine empfinden, habe ich mich wohl mal wieder etwas hineingesteigert.

        Was die Lächerlichkeit des letzten Absatzes angeht… Der basiert zu großen Teilen auf dem, was man so im Internet erlebt. Es hat lange keinen Tag mehr gegeben, an dem nicht irgendjemand etwas vorgeworfen bekommen hat, was er nicht beabsichtigt hatte nur weil sich jemand auf den Schlips getreten gefühlt hat. Sehr schnell sind virtuelle Mistgabeln und Fackeln bei der Hand und es wird drauflos geschimpft, dementsprechend habe ich da mittlerweile eine ziemlich kurze Lunte und reagiere relativ heftig oder übertrieben, aber in keinem Fall hatte ich beim letzten Kommentar vor jemanden zu beleidigen oder vor den Kopf zu stoßen, er basiert eher darauf das man sich von anderen immer wieder über den Mund fahren lassen „darf“, bis man endlich der Meinung der anderen ist (es gibt auf allen Seiten solche und solche).

        Es tut mir leid, wenn sie mich als engstirnigen, intoleranten Menschen empfunden oder sich persönlich angegriffen gefühlt haben, das war in keinem Fall meine Absicht. Das obligatorische „ich hab nix gegen schwule…“ usw. Spare ich mir, es würde nichts ändern und mich noch tiefer in eine Schublade stecken. Auch wenn Sie es mir vielleicht nicht glauben: Meiner Meinung nach soll jeder mit dem was er möchte glücklich werden.

        Genießen Sie das restliche Wochenende!

        Mit freundlichen Grüßen

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