ADC Festival 2014 – More than a design experience

Fr. 16.5.2014 / 10:32 Uhr – Die Fahrt nach Hamburg wurde dank blablacar.de zum idealen Trip. Mein Fahrer – ein Grafiker / DJ, der ebenfalls zum ADC-Festival wollte, sowie ein angehender Braumeister waren an Bord, die Gespräche dementsprechend interessant. Während der Fahrt wurde mir ein Gebräu namens Störtebeker Atlantik-Ale ans Herz gelegt, da Astra leider gar nicht mein Fall ist, obwohl die Werbung mich stets zum Schmunzeln bringt. Um 14:04 Uhr dann endlich Ankunft auf dem ADC-Festivalgelände, wo schon ein buntes Publikum versammelt war. Auf einer Rasenfläche vor dem Eingang empfing uns Electra Bikes aus Hamburg mit einer Lounge, feiner Musik und Fahrrädern zum Probefahren, was sympathisch rüber kam und zum chillen in der Sonne verleitete.

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Die Location war herausragend gewählt – ein alter mit Holzbohlen ausgelegter Güterbahnhof diente als Raum, das Gleisbett wurde optisch mit einbezogen. Die Ausbuchtungen waren als offene Kino“säle“ mit Flatscreens bestückt, Printarbeiten auf Europaletten ausgestellt und das von Mutabor entwickelte Leitsystem mit maritimen Schifffahrtszeichen auf Fahnen und Schildern erlaubte eine schnelle Orientierung. Die Arbeiten selbst wurden diesmal etwas unübersichtlich – wie in einem Schallplatten-Laden – präsentiert, so dass man alles durchblättern musste. Ich fand es dennoch spitze, da breite Gänge für gute Zugänglichkeit und Sichtbarkeit aller Einzelarbeiten sorgten. Dafür ein Lob an dieser Stelle.

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Mein Fokus lag wie immer auf den Kategorien Corporate Design & Design interdisziplinär sowie beim Nachwuchs. Als Leckerbissen zeigten sich Blume2000, Hansgrohe, Kontor Records, Reporter ohne Grenzen, die Partei und eine Schuhcrememarke mit dem lustigen Namen „Oh Shit“. Grossartig war ebenfalls die #ZeroFollowers Kampagne für den Abarth 500, die allein auf Twitter für 9 Mio. Kontakte sorgte, zu Recht ausgezeichnet mit einem silbernem Nagel. Die geniale Recruiting-Kampagne auf der gekaperten Website des ADC erhielt (leider nur) Bronze.

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Sa. 17.5.2014 / 13:00 Uhr – Bei dem schönen Wetter wollte ich nur die wichtigsten Konferenzen mitnehmen. Also konzentrierte ich mich auf Sandra Backert (adidas Originals), Tom Littlewood (VICE Deutschland), Paul Snowden (german wasted youth) und die Köpfe von Mutabor Design Johannes Plass und Wolfram Greiner.

Spannend. Sehr spannend. Streetmarketing und Authentizität standen im Vordergrund bei Sandra Backerts Vortrag zu adidas Originals. In Kollaboration mit verschiedenen „new faces“ der Kunst-, Design- und Musikszene kommt adidas der Zielgruppe erstaunlich nah. Ob mit Graffiti-Aktionen, spontanen Live-Gigs oder der lockeren Kommunikation im Social Web: Die Marke gibt es auf jeden Fall her, denn eins ist sie mit Sicherheit nicht: High Fashion.

Dann trat Tom Littlewood auf die Bühne. VICE lese ich, seit es sie in Deutschland gibt – damals war die Werbung noch zögerlich beim Buchen von Anzeigen in diesem durchgedrehten Magazin. Gen Y war das Stichwort und man erfuhr, dass 92% der Jugendlichen an globalen Nachrichten interessiert sind. VICE bedient diese Sehnsucht mit ausführlichen Berichten aus der lokalen Szene und außergewöhnlichen Themen wie „Heavy Metal in Bagdad“. 20 Firmen und Büros in 60 Ländern kann das Youth Media Unternehmen mittlerweile vorweisen.

Weiter ging’s mit Paul Snowden. Viele kennen seinen Output – German Wasted Youth entsprang seiner Feder und er zeichnet verantwortlich für die Cover von Boys Noize. Ein unverblümter Designer, der definitiv nichts mit Werbung am Hut hat, sondern nur tut, was ihm Spass macht: Feiern. Gestalten. Leben.

Nach der Kaffeepause stellte Axel Völcker einen neuen Gedanken zum Thema Printjournalismus vor. Langweilig moderiert, aber dennoch interessant war die Entstehung des Magazins „Der Wedding“. Tiefe Einblicke in die Mikroökonomie verwoben mit persönlichen Interviews und angereichert mit Infografiken, die den Fokus auf Unscheinbares legen. Optisch nicht ganz mein Fall, aber ein spannender Ansatz ist es trotzdem. Außerdem sehr erfolgreich: die 4000 Exemplare der Erstausgabe waren schnell vergriffen. Ableger nach gleichem Muster wie z.B. “Die Müllerstrasse“ ließen nicht lang auf sich warten.

Last but not least der beeindruckendste Vortrag von den Mutabor-Chefstrategen Johannes Plass und Wolfram Greiner. Der Positionierung der Marke BMWi gehört mein grösster Respekt. Mutabor erklärte die Herausforderung, eine neue, eigenständige Marke zu kommunizieren. Man schuf einen atemberaubenden Messestand auf der letztjährigen IAA in Form einer unendlichen Schleife, um die ersten Elektrofahrzeuge des bayerischen Autobauers fahrend zu präsentieren und der Kundschaft die Angst vor der neuen Technik zu nehmen. Stündliche Live-Shows sorgten für Entertainment. Die Vor- und Nachkommunikation wurde ebenfalls nahtlos verknüpft – heutzutage das Wichtigste im Marketing. Mit diesen fabelhaften Ausführungen gingen zwei Tage in der Hansestadt zu Ende und zurück blieb ein guter Eindruck. Falls ihr die Siegerarbeiten des Jahres sehen wollt, geht einfach direkt auf www.adc.de

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P.S.: Das Störtebeker habe ich übrigens noch nicht probiert, aber was nicht ist… Und weiteres Fotomaterial gibt es natürlich wie immer auf unserer Fanpage. /lm

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